Sparkasse 5150 Kraichgau

Was soll ich schreiben… meine erste Olympische Distanz hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Geplant war die Teilnahme am Ironman 5150 Kraichgau, doch am 5. Juni 2016 startete ich unverhofft beim Ironman 5000.

Das Wetter hatte ganz Deutschland fest im Griff, viele Unwetter führten zu zahlreichen Überschwemmungen und in der Eifel musste auch „Rock am Ring“ abgebrochen werden.

Auch das Kraichgau blieb von Unwetter-Warnungen nicht verschont und so wurde etwa 30 Minuten vor dem Start das Schwimmen ersatzlos abgesagt. Für den Veranstalter war es sicherlich keine leichte Entscheidung, zu groß war die Gefahr, dass bei Blitz und Donner die Teilnehmer von der DLRG aus dem Wasser gezogen werden mussten. Es war richtig, auch wenn ein frühzeitiger Start doch noch in Aussicht gestellt wurde. Also hieß es Neopren an/aus, gefolgt von Enttäuschung, Aufregung, Gewusel.

In kurzer Zeit wurde umorganisiert und ein improvisierter Startkanal aufgebaut und wir stellten uns am Schwimm-Ausstieg auf. Die Kanonen am Ufer donnerten das Schwarzpulver mit einem mächtigen Knall raus, für jede Altersklasse und die Staffel-Teilnehmer gab es ein Schuss. Im 5 Sekunden Takt starteten jeweils zwei Teilnehmer zum Bike & Run Kraichgau.

Nach wenigen Metern, stand ich an den Beutelständern. Ähm… wo ist mein Beutel?! Ich bin doch nicht bescheuert, ich hatte ja zuvor eingecheckt und hingehängt. Ich erinnerte mich an den Bike-Check-In, dort hieß es, dass nicht nach Startnummer die Plätze vergeben sind, meine 5622 wurde zu 622. Die Crew war sehr hilfsbereit und half mir. Die Beutel wurden nach meinem Check-In nochmals umgehängt, warum auch immer. Was ein Start, das Rad aus der Wechselzone und auf die Strecke.

Zunächst ging es einige Kilometer nach Norden, das Unwetter war hier schon drüber gezogen, die Strecke war teilweise nass und schmierig. Die ersten 10 Kilometer rollten sprichwörtlich gut vorbei, hier war es noch flach, danach ging’s ins „Land der tausend Hügel“, das seinen Namen nicht umsonst verdient hat.

Sparkasse 5150 Kraichgau Höhenprofil

Zur Einstimmung ging es bis KM 20 fast nur hoch, ein langer Einstieg bis zum Schindelberg. Danach kam die erste längere Abfahrt, man musste sehr aufpassen, vor allem, weil andere Fahrer nebeneinander die Strecke wieder bergauf fuhren. Da konnte man nicht Harakiri runter donnern. Am Ende der Abfahrt bog eine 90° Kurve ab, dort ist leider jemand gestürzt, wurde aber bereits von Helfern versorgt. Ich hoffte, dass nichts Schlimmes passiert war.

Es ging weiter zum Anstieg vor Tiefenbach, dort drehte mein Hinterreifen ein paar Mal durch, da der Grip auf der nassen Straße fehlte. In dieser Ecke hatte das Unwetter stark gewütet und die Straßen waren verdammt rutschig. An den kommenden schnellen Abfahrten hatte ich mich zurückgenommen und wollte kein zu hohes Risiko eingehen. An der Versorgungsstelle schnappte ich mir eine Trinkflasche.

Nach Eichelberg ging die Runde zurück zur Auffahrt am Schindelberg, dort wurde man nochmals richtig gefordert, ich quälte mich hoch. Nach der Abfahrt ging es flach nach Bad Mingolsheim. Auf der 41,5 km Strecke waren insgesamt 550 Höhenmeter zu bewältigen. In der Wechselzone 2 wurde mein Rad entgegengenommen und der Run-Beutel hatten mir Helfer übergeben – vielen Dank. Nach einem schnellen Wechsel ging es auf die 10 Kilometer Laufstrecke.

An den Stationen packte ich, was ich greifen konnte: Schwämme, Cola, Wasser, Iso, Apfel, Banane, Red Bull und ein paar Mal den Wassereimer. Die Wolken hatten sich verzogen und die Sonne gab alles, zudem war es sehr schwül und drückend heiß.

Die zwei Runden gab ich Power, an den leichten Anstiegen bemerkte ich, dass sich meine Oberschenkel etwas zuzogen, ich hoffte, dass ich an den Versorgungsstationen genug Kraft tanken konnte. Ich hing mich an eine Staffel-Läuferin (des Badkabba Teams), für einen glatten 5er Pace hatte es mir aber nicht mehr gereicht.

Überglücklich und mit sehr viel Freude und Spaß lief ich in den Zielkanal und konnte den grandiosen Zieleinlauf genießen. Trotz kleinerer Einschränkungen, wie das abgesagte Schwimmen, für das der Veranstalter ja nichts konnte und meinen vermissten After-Race Beutel, steht für mich fest: Kraichgau, ich komme wieder!

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So ging ein Event-Wochenende zu Ende. Herzlichen Glückwunsch auch an Christina, die freitags am IRON GIRL Lauf teilnahm, hier geht’s zum Bericht.

Die Ergebnisse vom Sparkasse 5150 Kraichgau sind hier online.
#IAMTRUE #KNOWTHERULES #5150Kraichgau

Post von IRONMAN: Nur wenige Tage nach dieser einzigartigen Veranstaltung ist mein After-Race Beutel angekommen. Top! Vielen Dank.

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15 Kommentare zu „Sparkasse 5150 Kraichgau

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  1. Klasse Marcus, echt spitzenmäßig! Ich selbst war ja nur als Läufer mit der Staffel unterwegs und mir gat der 10er schon gereicht :-). Also Hut ab und auf ein neues 2017, vielleicht kann ich bis dahin auch schwimmen 🙂

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