HeidelbergMan 2017

Warum wird der HeidelbergMan eigentlich auch Heartbreak Triathlon genannt đŸ€”? Also ich weiß jetzt warum 😜 Puh, war das ein hartes Ding!

Sonntags morgen 6 Uhr Abfahrt nach Heidelberg, es soll ein warmer Tag werden, die Sonne kommt schon langsam raus. Nach knapp 1 Std. sind wir angekommen und haben gleich einen Parkplatz gefunden. Startnummernausgabe und Check-In. Ganz klasse, Geldbeutel mit dem Startpass vergessen. Ein GlĂŒck war ein Bild auf meinem Handy und es wurde akzeptiert, sonst hĂ€tte ich halt die 20,- € fĂŒr die Tageslizenz bezahlt.

Einchecken in der Wechselzone. Die Sonne brennt, daher gleich die Sonnencreme drauf, bevor ich es spÀter wieder vergesse.

Bei der Wettkampfbesprechung hat sich die Frage nach dem Neoprenanzug gleich geklĂ€rt. 19,8 Grad, somit durfte der Neo getragen werden. Sehr gut! Der Schwimmeinstieg musste um 100 Meter verlegt werden, es waren daher 1,7 KM Schwimmen. Wegen dem vielen Regen war der Wasserstand hoch und die Fließgeschwindigkeit des Neckars war ca. 5 KM/h. Da wir mit der Strömung schwimmen werden, wird das uns gut unterstĂŒtzen. Alle gemeinsam, wie die Lemminge, liefen wir zum Einstieg, welcher zwischen der Staustufe Heidelberg und dem Hackteufel lag.

Die Profis schwammen sich ein und ich bin auch ca. 5 Min. vor dem Start ĂŒber die Felsbrocken in den Neckar geklettert. Die Startlinie wurde von Kanuten gebildet, die waren noch ein StĂŒck von mir entfernt, aber die Strömung zog schon gewaltig. Ich lag auf dem Wasser und schwamm kraulend gegen an. Ich konnte meine Position halten, aber das ist ĂŒbel anstrengend. Ich hakte mich am Ufer ein, es kann dann los gehen…

Es ertönte der Startschuss! Ich war vorher noch nie in einem fließendem GewĂ€sser geschwommen, es gefiel mir aber. Der Neckar war zwar nicht klar, aber das Wasser war angenehm und nicht verschmutzt. Nach knapp 30 Min. stieg ich aus dem Wasser, Helfer halfen mir dabei und ich rannte in die Wechselzone. Schnell den Neo ausziehen und dann ab auf die anspruchsvolle Radstrecke.

Ich wusste ganz genau, was mich nun erwartet, da ich vor 2 Wochen bei der Radausfahrt teilnahm, hatte aber gewaltigen Respekt vor der Strecke. Auf den 36 KM Radstrecke liegen 800 Höhenmeter, die es in sich haben. Ein Teilnehmer vom HeidelbergMan hat hier ein Video eingestellt. Einfach Hammer!

Den ersten Kilometer nutze ich, um mich einzufahren. Bis zur Alten BrĂŒcke ist es flach, danach wird man auf dem Kopfsteinpflaster in der Innenstadt krĂ€ftig durchgerĂŒttelt. Zur Einstimmung ging es zum Heidelberger Schloss hoch. Genaugenommen geht es fast 13 KM nur bergauf 😆.

Den Abstand zum Vordermann konnte berg­auf­wÀrts nur schwer eingehalten werden. Es ging dennoch fair zu. Am höchsten Punkt endlich angekommen stand das erste Mal die Abfahrt an. Durch das GefÀlle können locker 70 KM/h und mehr erreicht werden. Mit voller Konzentration donnerte ich das Monstrum hinab. Ich erinnerte mich an die guten Tipps von der Ausfahrt und vertraute auf die vollstÀndige Streckensperrung, da es ab und an schon ziemlich eng wurde. Wahnsinn!

Voller Adrenalin ging es auf die zweite Runde und ich kĂ€mpfte mich nochmals den Königstuhl hinauf. Es war wirklich hart und ich war richtig froh, dass ich endlich das HĂ€uschen wieder sah und wusste, ich bin wieder auf dem höchsten Punkt, vor der Abfahrt. Das Zeitlimit zu dieser Stelle reichte mir gut, da laut Veranstalter nach 12 Uhr Teilnehmer aus dem Rennen genommen werden können. Unten wieder in der Innenstadt angekommen, quĂ€lte ich mein Bike nochmals ĂŒber das Pflaster und war dann froh wieder in Richtung Wechselzone zu fahren.

Der Abstieg vom Rad und der Wechsel hat gut geklappt, dann ab auf die Laufstrecke. Meine 2 Flaschen mit 750 ml hatte ich kurz davor noch leer getrunken. Ich hatte durst, richtig durst. Ich habe das Snickers kaum runtergebracht, wird schon gleich was kommen. Denkste 😕.

Wer den Philosophenweg kennt, der weiß, dass es die ersten 5 KM nur bergauf geht. Der erste Anstieg gleich mit 10% Steigung!!! Da kam die Frage in mir wieder auf: „Warum machst Du das ĂŒberhaupt?“, weil’s geil ist! Mein Körper hatte Probleme in den „Bergziegen-Modus“ zu kommen und war froh, dass uns eine nette Dame eine kleine Wasserstelle eingerichtet hatte. Ich kĂ€mpfte mich den Hang hoch. Ich wĂŒnschte mir ich hĂ€tte Bilder machen können, die Aussieht auf das Schloss bei dem Kaiserwetter war wunderschön! Endlich kam eine Station, ich nahm die SchwĂ€mme, blieb kurz stehen und trank. Mit voller Kraft ging es weiter, ich werde wohl bald zum Wendepunkt kommen. Dort, ein Schild „Wendepunkt 100 m“ und ich freute mich, denn jetzt geht es nur noch bergabwĂ€rts. Die letzten 5 KM werden noch irgendwie gehen und so war es auch. Unten am Ufer wieder angekommen, war ich ĂŒberglĂŒcklich, als ich durch die Wechselzone ĂŒber die Neckarwiese in den Zielbogen lief đŸđŸ€—âœ….

„Der HeidelbergMan war fĂŒr mich eine harte und anspruchsvolle Olympische Triathlondistanz. Die landschaftlichen Schönheit und VielfĂ€ltigkeit war aber sehr abwechslungsreich. Der Triathlon kann sich weit oben einreihen. Ein ganz großes Lob geht an den Veranstalter und die vielen, zahlreichen Helfer sowie die Stadt Heidelberg, die fĂŒr so ein Event offen ist und hoffentlich weiter unterstĂŒtzen wird.“

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