Mein erster World Marathon Major: Berlin, was ein Fest!

Anders als 2016 hatte ich 2017 bei der Auslosung für einen Startplatz Glück – Anfang Dezember bekam ich per Mail die freudige Nachricht, dass ich im September 2018 in Berlin den Marathon laufen darf!

Die Planungen fingen schon früh an. Wir hatten noch vor dem Auslosungsergebnis ein Hotel gebucht, glücklicherweise, denn auf die Idee kamen natürlich auch andere…Selbst fahren wäre bei knapp 700 km etwas stressig und so wurde Anfang des Sommers noch rasch ein Flug gebucht.

Nach langen, sehr heißen und nicht ganz perfekten Wochen der Vorbereitung ging es freitags vor dem Marathon ging es dann in die Hauptstadt. Samstags wollten wir die Stoßzeiten auf der Marathonmesse vermeiden und waren schon sehr früh am Flughafen Schönefeld. Schon alleine diese Location war grandios, die alten Abflughallen, der weite Flugplatz – und dazwischen lauter Gleichgesinnte 😊

Wir trafen auf Philipp Pflieger und Jan Fitschen, die beide absolut nett und sympathisch waren und sich viel Zeit für ein Schwätzchen nahmen. Von Philipp erfuhren wir noch ein bisschen was über seine Pläne für die kommenden beiden Jahre und Jan war als gut gelaunter Motivator seines Sponsors Nike unterwegs. Man merkte beiden ihre Begeisterung für das Laufen und auch die Laufcommunity deutlich an. Alles Laufverrückte!

Allzu viel Sightseeing gab es samstags nicht mehr, Sonntag wollte ja ein Marathon gelaufen werden. Wir fuhren zum Olympiastadion und schauten uns gemütlich die imposante Anlage an, bevor wir am späten Nachmittag wieder am Hotel waren. Nach ausführlichem Carboloading bei einem tollen Italiener hieß es: Gute Nacht und gute Regeneration!

Der Lauf

Viel weniger früh als bei den meisten Triathlons klingelte der Wecker und nach einem leckeren Frühstück in unserer Pension in einem Altberliner Bau machten wir uns auf den Weg in Richtung Hauptbahnhof und Startbereich. Am Hauptbahnhof angekommen musste man nur dem Strom der Lemminge in Laufbekleidung folgen, schon war man am Bundeskanzleramt und am abgesperrten Startbereich.

Von Christina verabschiedete ich mich schon eine gute Stunde vor dem Start. Die Zuschauer durften natürlich nicht mit in den Startbereich und da Christina auch in Berlin unterwegs sein wollte, machte auch sie sich auf den Weg. Ich hingegen ging zu meinem Startblock G und reihte mich zwischen all den Marathonis ein.

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Um 9:15 Uhr erfolgte der Start der Profis, in Richtung der Siegessäule konnte man die blau-weißen Luftballons aufsteigen sehen. Ich musste noch mehr als eine halbe Stunde warten, dann ging es auch für mich auf die Strecke. Da die Vorbereitung aufgrund des heißen Sommers und knapp zwei Wochen Urlaub auf Kreta nicht wirklich perfekt war, hatte ich mir kein hohes Ziel gesetzt. Erlebnis vor Ergebnis und halbwegs gleichmäßig laufen war die Devise. Dies konnte ich auf den ersten 5 Kilometern, die meine langsamsten waren, auch gut umsetzen. Trotz der über 44.000 Teilnehmer aus mehr als 130 Ländern ließ sich die Strecke gut laufen.

Bei Kilometer 7, hinter dem Bundeskanzleramt, wartete Christina und feuerte mich und alle anderen Läufer an.

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Ich blieb in meinem Tempobereich, achtete auf die Uhr, um nicht zu überpacen. Eine neue Bestzeit wollte ich heute nicht aufstellen. So konzentrierte ich mich auf ein gleichmäßiges Tempo und genoss die grandiose Stimmung an der Strecke. Wahnsinn, was da los war! Bei KM 20 war Christina wieder da, um mich anzufeuern. Etwas weiter, bei der Halbmarathonmarke erfuhren wir, dass Eliud Kipchoge einen neuen Weltrekord aufgestellt hatte. 2:01:39 – OHNE WORTE!!!!

Ich hatte mir die Strecke vorher angeschaut, KM 29,3 war der am weitesten entfernte Punkt – danach ging es quasi „nach Hause“. Ein kleiner Trick, um den Kopf zu überlisten. Natürlich war ich zunehmend angestrengt, aber ich konnte meine Pace von um die 5:50-5:55 min/km sehr gut halten. Bei KM 37 war ein Zuschauer-Hotspot, hier wurde, wie überall gut Stimmung gemacht. Bei KM 38 sah ich wieder Christina, die an der Strecke stand und mir zurief: „Nur noch 4 Kilometer!!“ Das sollte ich doch schaffen!!

Noch eine Schleife, am Gendarmenmarkt vorbei, dann ging es auf die lange Zielgerade in Richtung Brandenburger Tor. Was für eine Kulisse!! Nach 4:09:44 lief ich durchs Ziel und hatte meinen ersten World Marathon Major gefinisht. Mit meiner Zeit bin ich sehr zufrieden, ich bin sehr konstant gelaufen und konnte die Strecke und die Stimmung genießen.

IMG_5333.JPG

Gefeiert wurde mit Wein und einem sehr leckeren und reichlichen Abendessen.

Und so flogen Christina, meine Medaille und ich am „Medal Monday“ zurück nach Frankfurt und kamen erschöpft, aber glücklich wieder in der Pfalz an.

Das nächste Ziel, die Festhalle in Frankfurt ruft und ich werde in den nächsten Wochen gut regenerieren.

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